#weltreiseaufdemteller: DEUTSCHLAND

Man könnte meinen, die kulinarische Weltreise verläuft jetzt rückwärts: Letzte Woche mit Griechenland das erste europäische Land, heute bleiben wir sogar in Deutschland. Aber so war’s reisetechnisch für die meisten von uns in 2020 ja auch, also was soll’s – hauptsach goud gess.

Was soll ich sagen, deutsche Küche und ich – schwieriges Verhältnis. Mehr als einmal hab ich mich beim Anblick der gut bürgerlichen Speisekarten gefragt, ob ich kulinarisch im falschen Land geboren bin. Zu Hause gab’s bei uns zum Glück nie solche Klassiker wie Frikassee, Kassler, Haxe, Rollbraten, Leberkäse und was sich sonst noch hinter der Metzgertheke tummelt (Shoutout an meinen Dad, der seit den 80ern kein Schweinefleisch mehr isst und mich damit schon früh angesteckt hat).

So hatte ich meine erste Erfahrung mit einem (gefüllten) Kloß erst in der fünften Klasse, als ich spontan mit einer Freundin nach der Schule nach Hause gefahren bin und ihre Oma deswegen nur für sie einen Kloß ohne Fleischfüllung vorbereitet hatte. Den meine Freundin dann mir überlassen und einen mit Füllung gegessen hat. Freundschaft gerettet würde ich sagen.

Und da sind wir auch schon bei der liebsten Beilage der Deutschen, die auch mein Favorit ist: Kartoffeln in allen Variationen. Salzkartoffeln, Pellkartoffeln, Bratkartoffeln, Knödel, Puffer, Püree, Kroketten, Pommes. Was mich gerade sehr an die Forrest Gump-Szene mit Bubba und den Shrimps erinnert. Ansonsten find ich Schupfnudeln, Maultaschen, Linsensuppe und alles mit Kraut super – es gibt also noch Hoffnung für die heimische Küche und mich.

Schaut man sich einen typisch deutschen (klischeebehafteten) Tag an, bin ich mit meinem Frühstück aus Porridge, Müsli oder Pancakes und abends warm kochen aber wieder raus. Gestartet wird traditionell nämlich mit Brötchen, Toast oder Brot mit Marmelade oder Aufschnitt. Wer ganz dekadent ist, gönnt sich ein Frühstücksei, bevor zwischen 12 und 14 Uhr die Hauptmahlzeit aka Mittagessen auf den Tisch kommt. Zum Abschluss des Tages ist das Abendessen oft ein Abendbrot im wahrsten Sinne und fällt eher klein aus. Vermutlich werd ich irgendwann wirklich ausgebürgert. Haltet an dieser Stelle doch mal kurz inne und checkt, wie deutsch eure Essgewohnheiten sind.

Done? Dann jetzt zum eigentlichen Rezept, das an folgendes angelehnt ist: Vegane Kartoffelklöße mit Pilzgulasch und Rotkraut – Zucker&Jagdwurst. Wir haben die Weißbrot-Füllung der Klöße weggelassen, das Rotkraut dafür so selbst gemacht und eher eine Pilzrahmsauce gemacht (mit Zwiebeln, Muskatnuss, Creme Vega, pflanzlicher Cuisine, Kräutern und Speisestärke).

Davon, dass wir mit Teig weniger kämpfen mussten als bei den Warenikis, könnt ihr euch hier im Video überzeugen.

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3 Kommentare

  1. Sieht sehr lecker aus! So eine Kombi gab‘s bei Mama früher auch regelmäßig. Einfach ohne Fleisch und war immer lecker.
    Die vegane Variante Probier ich auch mal aus, Rotkohl ist eh noch gefroren und kann nur noch gekocht gegessen werden.

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